FIV (Katzen-Aids) - Feline Immundefizienz

 

Zuerst sollte man sicher sein, dass die Katze wirklich FIV hat. Da die Schnelltests nicht unbedingt zuverlässig sind, empfiehlt es sich, beim Tier­arzt den Western-Blot-Test zu verlangen, wenn der ELISA-Test ein positives Ergebnis anzeigt.

 

Wenn eine Katze FIV-positiv getestet wird, bedeutet das, dass sie einen Virus hat, der bestimmte Zellen des Immunsystems zerstört. Die Diagnose 'FIV' ist absolut kein Grund, die Katze einzuschläfern! Viele FIV-Katzen sterben im hohen Alter an Ursachen, die mit FIV nichts zu tun haben. Mit gutem Fut­ter, wenig Stress und regelmäßigen Gesundheitschecks mit Blutuntersu­chung kann die Katze noch ein langes, glückliches Leben führen.

 

FIV wird oft Katzenaids genannt, hat aber mit dem menschlichen AIDS nichts zu tun. Es besteht für Menschen absolut keine Ansteckungsgefahr.

 

Bei ausgebrochener Krankheit setzt die Immunschwäche die Abwehr gegen­über Infektionen herab, so dass die Katzen den unterschiedlichsten Krank­heitserregern gegenüber schutzlos werden. Die Erreger, die sich dann unge­hindert vermehren können, bestimmen auch das jeweilige Krankheitsbild (sog. 'Sekundärinfektionen'). Ein häufig bei FIV auftretendes Symptom sind Zahnfleisch- und Maulhöhlenentzündungen.

 

Das Virus wird hauptsächlich durch Beißereien und den Deckakt übertra­gen. Aus diesem Grund stecken sich freilaufende, unkastrierte Kater am häufigsten an.

 

Positiv getestete Tiere sollten möglichst stressfrei gehalten und hochwertig ernährt werden. Ungesicherter Freigang sollte ebenfalls nicht gewährt wer­den. Einmal um eine Ansteckung der Katzen in der Nachbarschaft zu ver­hindern und was noch wichtiger ist, um die Katze vor Krankheiten zu schüt­zen. Jede Erkrankung kann einen Ausbruch des Virus begünstigen.

 

Trotzdem sollte jeder Halter von Freigängern sich des Risikos bewusst sein, dass sich seine Katzen mit FIV infizieren können. In der Nachbarschaft kön­nen Freigänger oder Streuner infiziert sein.

 

Wird in einem Mehrkatzenhaushalt eine Katze positiv getestet, ist das kein Grund, das Tier abzugeben, wenn sich die Katzen gut verstehen. Beim fried­lichen Zusammenleben ist das Ansteckungsrisiko sehr gering.

 

Durch gegenseitiges Putzen, gemeinsame Schlaf- oder Futterplätze stecken sich Katzen nicht mit FIV an. Soziale Wohnungskatzen sind daher weniger gefährdet als Raufbolde.

 

Es ist auch durchaus möglich, eine FIV-positive Katze mit gesunden Tieren zu vergesellschaften, wenn die Tiere sehr friedlich und sozial sind. Solch eine Entscheidung sollte aber gut überlegt werden, schließlich hat man eine er­hebliche Verantwortung für die Altkatzen und den Neuzugang. Außerdem muss man seine Katzen schon sehr gut einschätzen können. Es bringt nichts, wenn jemand aus Mitleid eine FIV-positive Katze aufnimmt und dann merkt, dass er es psychisch nicht schafft oder die Tiere doch nicht passen. Da ein Umzug erheblichen Stress bedeutet, wäre es unfair der Katze gegen­über, wenn man sich das Ganze nicht gründlich überlegt hat und das Tier dann wieder abgibt.

 

Wichtig bei FIV ist, dass Katzen möglichst keine Medikamente bekommen, die das Immunsystem unterdrücken oder pushen. Cortison, Zylexis und Echinacea (ist z.B. auch in Traumeel enthalten) sind nicht empfehlenswert.

 

Gute Ergebnisse bei der Behandlung FIV-infizierter Tiere wurden mit Interfe­ron erzielt. Das Medikament kann die Krankheit nicht heilen, kann sie aber evtl. in Schach halten.

 

Bildquelle: fotolia.com

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